SV Horrheim - VFB Vaihingen 2:0 (1:0)

Horrheims Marco Burkhardt (rechts) hat vor allem in der ersten Halbzeit viele Lücken im defensiven Mittelfeld gestopft. Hier grätscht er Vaihingens Dominik Postpischel ab.

„Beim SV Horrheim entwickelt sich was. Die Mannschaft hat eine gute Mischung. Hinten sind ein paar erfahrene Spieler, vorne hat sie ein paar junge hungrige Spieler, die viel Schnelligkeit mitbringen“, zollt VfB-Spielertrainer Sven Adamovic den Gastgebern Respekt. Und sein Gegenüber, Sergej Hilgenberg, ergänzt: „Ein 2:0 gegen den VfB Vaihingen ist mal eine Ansage. Und vor allem schaffen wir es immer wieder, wenn wichtige Spieler ausfallen so wie aktuell Abwehrchef Jan Maier und Joshua Krone. Die Jungs reißen sich Woche für Woche den Allerwertesten auf.“Der SVH-Übungsleiter gibt aber auch zu, dass sein Team in der ersten Halbzeit Glück gehabt hat. „Wir hätten beim Seitenwechsel mit 0:3 zurückliegen können“, berichtet Hilgenberg. Gleich in den ersten fünf Minuten war Joschua Schuller durch, schoss aber nur den herauseilenden SVH-Torwart Robin Brosi an, weil der Pass etwas zu lang war. Nach einem Flankenwechsel war Nico Müller auf der rechten Außenbahn in der 37. Minute frei. Sein Schuss ging aber am langen Pfosten vorbei. Und einen Schuss eines Vaihingers durch zwei Verteidiger hindurch nach einer Ecke, parierte Robin Brosi, rutschte aber weg, so dass der Ball frei im Fünfmeterraum lag. Marco Burkhardt klärte dann vor Zeki Beldek (45.+3 Minute). „Wir sind gut reingekommen in die Partie und waren spielerisch am Drücker“, lobt Adamovic seine Mannschaft.Die meisten Chancen waren aber eher Stückwerk. Beide Mannschaften taten sich schwer, konstruktiv den Ball nach vorne zu bringen. Oft war er nach spätestens dem zweiten Pass wieder beim Gegner. „Der Platz täuscht etwas. Er ist schon ein Sumpfgebiet. Man sinkt stark ein und rutscht dauernd weg“, erklärt Adamovic.Da war es von Vorteil, dass die Horrheimer in den vergangenen Wochen regelmäßig Standards trainiert hatten. Denn in der 12. Minute nahm Daniel Stierle aus rund 18 Metern Maß und zirkelte den Ball über die Mauer ins linke untere Eck. VfB-Torwart Manuel Nitsche war zwar da, schaffte es aber nicht mehr, den Schuss zu klären. „Wenn wir mal ein nicht so gutes Spiel machen, ist ein Standard natürlich eine Wucht“, freut sich Hilgenberg. „Wenn der Freistoß nicht reingeht, wird es schwer.“ Nur vier Minuten darauf hätten die Horrheimer VfB-Torwart Nitsche beinahe zum zweiten Mal überwunden, als SVH-Innenverteidiger Felix Abel am kurzen Pfosten zum Kopfball ging, das Spielgerät aber nicht erwischte. Doch Nitsche war reaktionsschnell genug und klärte den Ball (16.). Ansonsten ging bei den Horrheimern nicht viel nach vorne. „Wir sind in der Defensive nur hinterhergelaufen und haben unsere Konter schlecht ausgespielt“, ärgert sich Hilgenberg. „Wir haben Ziele, den Aufstieg. Da ist es egal, ob jemand ein Wehwehchen hat. So wie in der ersten Halbzeit dürfen wir nicht auftreten.“ In der Pause stellte Hilgenberg dann um. „Sven Adamovic ist ein klasse Kicker. Er hat sich immer wieder gut befreit“, erzählt der SVH-Trainer. „Deshalb haben wir ihn in der zweiten Halbzeit praktisch in Manndeckung genommen und den Stürmer dafür geopfert, ihn also mehr Räume gegeben.“ Das fruchtete – auch, weil „wir wahrscheinlich doppelt so viel gelaufen sind wie die Vaihinger“, erklärt Hilgenberg. Die Vaihinger kamen überhaupt nicht mehr ins Spiel. „Wir haben es nicht mehr geschafft, den Ball zu verlagern“, bemängelt Adamovic. „Nach vorne war das viel zu wenig.“ Die Horrheimer hätten viel früher als in der 70. Minute die Entscheidung herbeiführen können, als ein Freistoß von den Vaihingern nicht richtig geklärt wurde. An der Fünfmeterraumlinie nahm Emil Arnold den Ball herunter und vollstreckte zum 2:0. In der 49. Minute klärte Nitsche einen Schuss von Marius Kohler zur Ecke, nachdem sich Sascha Berger auf der Außenbahn durchgesetzt hatte. Nur zwei Minuten später rutschte Abel zwar im gegnerischen Fünfmeterraum weg, spielte den Ball im Liegen aber noch zur Arnold. Der zielte aber drüber (51.). Und bei einer Doppelchance in der 66. und 67. Minute war zunächst nitsche gegen Florian Brosi zu Stelle, dann schoss Marius Kohler daneben. Für ein noch höheres Ergebnis hätten dann erneut Florian Brosi und Emil Arnold sorgen können. Doch in der 88. Minute legte sich Ersterer den Ball etwas zu weit vor, so dass Nitsche die Chance vereitelte. Den Nachschuss setzte Emil Arnold knapp neben den Pfosten. Auf der Habenseite der Vaihinger stand in der zweiten Halbzeit nur noch eine „Halbchance“ (Admaovic). Nach einer Flanke war Rosario Belluardo am langen Pfosten vollkommen frei. Doch sein Schuss ging weit drüber (72.). „Die Horrheimer waren nach dem Seitenwechsel giftiger in den Zweikämpfen und haben schnell umgeschaltet. Sobald wir den Ball verloren haben, sind sie gleich mit drei, vier Mann marschiert“, erklärt Adamovic. „Außerdem waren sie cleverer als wir.“

SV Horrheim: Robin Brosi – Philipp Hachtel, Felix Abel, Pascal Kohler (46. Mario Werthwein), Oliver Seidel, Marco Burkhardt, Florian Brosi (38. Marius Kohler, 83. Markus Bäuerle), Emil Arnold, Daniel Stierle (45. Thomas Trinkl), Hannes Widmann, Sascha Berger.

VfB Vaihingen: Manuel Nitsche – Jonas Köppel, Daniel Beck (46. Serhat Ismat Karasan), Dominik Postpischel, Sascha Zeltwanger (74. Okan Ilhan), Sven Adamovic, Mehmet Göreli, Nico Müller, Zeki Beldek, Rosario Belluardo, Joschua Schuller (74. Ömer Mutlu).

Tore: Daniel Stierle (12.), 2:0 Emil Arnold (70.).

Spieler des Tages: Marco Burkhardt (SV Horrheim).

Schiedsrichter: Klaus Dittus.

Zuschauer: 90.

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