TSV Enzweihingen - SV Horrheim 2:4 (0:2)

SVH-Torwart Robin Brosi klärt kurz vor der Halbzeitpause gegen Fatih Arslan (rechts) erst mit dem Fuß und sichert sich den Ball dann im Nachfassen. Der Enzweihinger war Mario Vehlgut (Mitte) entwischt.

Eigentlich hatte Enzweihingens spielender Co-Trainer Qendrim Emini gedacht, mit Daniel Golchert als Ersatz für Özcan Koc, der am Wochenende Vater geworden ist, an der Seite von Michael Effrosinidis in der Innenverteidigung hätte der TSV zwei technisch versierte Spieler in einem der wichtigsten Mannschaftsteile. Doch gerade diese beiden Akteure patzten zwei Mal verhängnisvoll in der Anfangsphase. Zunächst spielte Effrosinidis ohne Bedrängnis einen Pass am eigenen Strafraum Daniel Stierle direkt in den Fuß, der mit dem 1:0 Danke sagte (3. Minute). Nur sieben Minuten später ließ sich Golchert am Fünfmeterraum den Ball vom Fuß klauen. Dieses Mal war Emil Arnold der Nutznießer – 2:0 (12.). „Wir haben die Anfangsphase richtig verschlafen. Die zwei Aussetzer haben uns das Genick gebrochen“, ist Emini noch nach dem Abpfiff konsterniert. Erst, nachdem die Enzweihinger Steffen Rossmann für Effrosinidis gebracht hatten und Yannick Rähmer in die Innenverteidigung zurückgegangen war, wurde das Spiel der Gastgeber stabiler. Doch richtig gefährlich wurde es vor dem Tor der Horrheimer erst in der 45. Minute, als Fatih Arslan steil geschickt wurde, Robin Brosi aber rechtseitig aus seinem Kasten herauskam und den Ball erst mit dem Fuß klärte und dann im Nachfassen sicherte. Doch auch die Horrheimer brannten kein Offensivfeuerwerk ab. „Wir hatten in der Woche mit Philipp Hachtel, Felix Abel und Marco Burkhardt schon einige Ausfälle. Nach dem Aufwärmen klagte dann auch noch Marius Kohler über Knieschmerzen. Und Daniel Stierle war umgeknickt“, berichtet SVH-Trainer Sergej Hilgenberg. „Deshalb ging es heute nur über die Einstellung. Und wir haben alles umgesetzt, was wir wollten. Außerdem ist für uns nur wichtig, dass wir gewinnen, auch wenn wir mal nicht gut spielen.“ Dennoch hatten die Gäste noch zwei richtig gute Chancen. Doch bei einem Konter scheiterte Florian Brosi an Entsion Ozouni (26.). Und auch bei einem Schuss aus spitzem Winkel von Sascha Berger lenkte der Enzweihinger Torwart den Ball mit dem Fuß zur Ecke (37.). Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Gastgeber zunehmend das Spielgeschehen und drängten die Horrheimer in deren eigene Hälfte. Doch ein Kopfball von Rossmann ging drüber (51.). Nur zwei Minuten danach klärte Mario Vehlgut einen Schuss von Emini in letzter Sekunde zur Ecke (53.). Nach einem langen Pass von Rähmer auf Arslan war dann Robin Brosi zur Stelle (58.) Und ein Schuss von Golchert ging abgefälscht knapp am langen Pfosten vorbei (60.). Doch nur zwei Minuten später machten die Enzweihinger den Horrheimern das nächste Geschenk. Statt einen Ball konsequent zu klären, vertendelten sie ihn fast am eigenen Strafraum. Florian Brosi fackelte nicht lange und schob zum 3:0 ein (62.). „Wie oft müssen wir denn noch sagen, dass wir die Bälle wegschlagen müssen“, ärgert sich Rähmer auf dem Platz. Die Enzweihinger ließen sich durch den erneuten Rückschlag nicht beirren und warfen in den letzten 20 Minuten mit der Umstellung auf eine Dreierkette alles nach vorne. „Sie hatten auch nichts mehr zu verlieren. Und wir waren etwas kapuut“, analysiert Hilgenberg. Und das Risiko wurde belohnt. Erst erlief Dolorjant Imeri einen langen Ball und schob zum 1:3 ein (75.). „Das Tor hätte aber nicht zählen dürfen. Robin hatte den Ball schon fest in den Händen, ehe Dolorjant mit dem Kopf noch mal dran kam“, ärgert sich Hilgenberg. Dann köpfte Emini sogar das 2:3 (78.), nachdem Rähmer einen Freistoß in der eigenen Hälfte schnell ausgeführt hatte. „Da waren wir dran. Es war etwas Unruhe bei den Horrheimern drin“, berichtet Emini. Doch Berger erstickte alle Enzweihinger Hoffnungen. Als er sich selbst anschoss, wurde der Schuss zu einer Bogenlampe, die sich ins lange Eck senkte – 4:2 (84.). In der Nachspielzeit schickte Schiedsrichter Volker Brenner dann noch Arslan vorzeitig mit der Ampelkarte zum Duschen. Enzweihingens Toptorjäger hatte zunächst einen Horrheimer am Schienbein erwischt, obwohl der Ball schon weg war. Danach beschwerte er sich beim Schiedsrichter, was dieser mit der zweiten Gelben Karte innerhalb von Sekunden ahndete (90.+3). Sein spielender Co-Trainer hatte schon für das Treten kein Verständnis. „Fußball ist unser Hobby. Es soll Spaß machen. Da muss man nicht aus Frust so einen Aussetzer haben“, erklärt Emini. Und Hilgenberg fügt hinzu: „Das war ein klares Nachtreten. Eigentlich hätte das sogar Rot geben müssen.“ Davor hatten sich auch Enzweihingens Tomas Karabas und Horrheims Joshua Krone ein Scharmützel geliefert, bei dem beide den anderen jeweils geschuckt hatten. Doch Brenner ließ Gnade vor Recht ergehen. Hilgenberg: „Die Enzweihinger sind immer aggressiver geworden. Das ist aber auch unserer Spielweise geschuldet. Wir sind unangenehm.“

TSV Enzweihingen: Entsion Ozouni – Kerim Gür, Michael Effrosinidis (16. Steffen Rossmann, 87. Nicholas Lutz), Daniel Golchert (72. Dolorjant Imeri), Felix Frommer, Enis Latifi (46. Rouven Schlingensief), Yannick Rähmer, Tomas Karabas, Lucian Schurr, Qendrim Emini, Fatih Arslan.

SV Horrheim: Robin Brosi – Mario Vehlgut, Pascal Kohler, Jan Maier, Hannes Widmann (33. Sascha Berger), Thomas Trinkl, Joshua Krone, Emil Arnold (55. Yücel Bayramoglu), Daniel Stierle, Oliver Seidel, Marius Kohler (16. Florian Brosi).

Tore: 0:1 Daniel Stierle (3.), 0:2 Emil Arnold (12.), 0:3 Florian Brosi (62.), 1:3 Dolorjant Imeri (75.), 2:3 Qendrim Emini (78.), 2:4 Sascha Berger (84.).

Platzverweise: Gelb-Rote Karte (90.+3) Fatih Arslan (TSV Enzweihingen).

Spieler des Tages: Jan Maier (SV Horrheim), Yannick Rähmer (TSV Enzweihingen).

Schiedsrichter: Volker Brenner.

Zuschauer: 170.

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