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38. IVV Volkswandertag

Als den Himmel über Horrheim am gestrigen Sonntagmorgen noch eine weiß-graue Wolkenwand bedeckte, zögerten auch die Frischluftfans noch: „Der Anfang war schleppend, wahrscheinlich lag's an der Wetterprognose. Da war für heute noch Regen vorhergesagt", sagte Rainer Götz, Vorsitzender des SV Horrheim, am frühen Vormittag. Der Verein richtet seit fast 40 Jahren den Volkswandertag in dem Vaihinger Stadtteil aus. Götz erinnerte sich noch gut an die Veranstaltung 2013: Weil im Wetterbericht von Blitzeis die Rede war, „sind ganze Gruppen nicht gekommen". In der Tat hatten Schnee und Eisglätte die Wanderwege im vergangenen Jahr nicht eben angenehm begehbar gemacht. Doch gestern hatte Petrus ein Einsehen: Ab dem späten Vormittag wurden die ingesamt rund 1100 Teilnehmer des 38. IW-Volkswandertages auf ihren Touren bei blauem Himmel vom Sonnenschein begleitet. Sie konnten zwischen drei unterschiedlich langen Strecken wählen: sechs, elf und 20 Kilometer. Nach dem Start an der Mettertalhalle ging es für alle zunächst durch Eugen- und Alemannenstraße, zum Geißbügel und dem Eselsbrunnen in Richtung Rieser. Hier bogen die Sechs-Kilometer-Wanderer ab und gingen über die Weinsteige und den Plattenweg zurück zur Halle. Wer die mittlerer Route gewählt hatte, lief weiter zum Steinbachhof und später erst über den Seewaldsee-Parkplatz wieder gen Horrheim. Ganz ausdauernde Teilnehmer konnten für die Langstrecke ab dem Steinbachhof noch über die Gündelbacher Weinberge gen Hamberger See laufen. „Das machen wenige, wenn es 100 sind, sind es viel", so SVH-Chef Götz. Dennoch müsse man die Strecke anbieten für die hartgesottenen Wanderfans.

Mehr als 1000 Menschen sind beim 38. Volkswandertag in Horrheim an den Start gegangen. Gern wird in der Gruppe gelaufen - die Gemeinschaft zählt.

Die kommen im Übrigen sogar aus München oder Köln nach Horrheim. Denn wie alle rund 1000 Wandertage, die Vereine im Deutschen Volkssportverband (DW) jährlich organisieren, ist auch die hiesige Veranstaltung in einer umfangreichen Terminbroschüre verzeichnet. Dass der Wandertag das Kürzel IW für den Internationalen Volkssportverband im Titel trägt, liegt im Übrigen daran, dass der DW wiederum Mitglied dieser internationalen Vereinigung ist. Und der bewegt offenbar ganze Menschenmassen: „Bis vor etwa 20 Jahren ging die Veranstaltung über zwei Tage. Wir hatten 4000 Teilnehmer. Die in Ludwigsburg stationierten Amerikaner kamen mit Bussen her", sagte der Vereinsvorsitzende rückblickend. Mit im Schnitt 1200 Teilnehmern lohne sich die Veranstaltung für den Verein noch immer, so Götz. Doch dafür müssen er und rund 50 Helfer vom SV viel organisieren.

Genehmigungen, Einkauf, Versorgung in der Halle und an drei Kontrollpunkten sind nur einige Aufgaben. Ein Busle fuhr auch in diesem Jahr jeweils zur Ankunftszeit der Züge zum Vaihinger Bahnhof, um Wander-wütige nach Horrheim bringen zu können. Auch für den Rückweg ist immer gesorgt - und so pendelte das Fahrzeug zwischen 6 und 18 Uhr hin und her. Götz war bereits um 5.30 Uhr an der Mettertalhalle - und mit ihm einige ganz frühe Wanderer. Startkarten gab es aber erst ab 7 Uhr, dem offiziellen Beginn. Die Karten lassen sich die Wanderer an den Kontrollpunkten abstempeln - und können so über die Jahre Kilometerkontingente sammeln. „Die sind ausschlaggebend für die Ehrungen beim DW. Manche haben 20 000 bis 25 000 Kilometer auf ihrer Karte", so der SVH-Chef. Andere sind einfach aus Spaß dabei - „und um den SVH zu unterstützen", ließ gestern an einem der Kontrollpunkte eine neunköpfige Gruppe des Schwäbischen Albvereins Horrheim wissen. Einige von ihnen seien von Anfang an beim Volkswandertag dabei. „Die Gemeinschaft ist schön", sagte eine Älblerin und eine andere ergänzt: „Und die Einkehr ist die Belohnung." Früher hätten sie sich noch auf die 20-Kilometer-Tour begeben, inzwischen ist es die Elf-Kilometer-Strecke. „Und Sie müssen so denken: Nach der Mitte wird's weniger", sagte der einzige Mann in der Runde schelmisch. Zur Belohnung erwartete die Wanderer gestern unter anderem ein zauberhafter Blick vom Stromberg hinab ins sonnige Tal. „Die Landschaft hier ist sehr schön", befanden auch Marliese und Wolf gang Wagner aus Remchingen, die mit Mitstreitern vom Wanderverein Boxbachtal nicht zum ersten Mal nach Horrheim gekommen waren. Wie sie reisen vielfach ganze Vereinsgruppen zum Volkswandertag an. Die fünf Gruppen mit den meisten Teilnehmern bekommen quasi als Belohnung dafür, dass sie so viele Menschen zum Mitmachen bewegt haben, einen Geschenkkorb. Am stärksten vertreten waren diesmal Gruppen aus: Schömberg (48 Teilnehmer), Grombach (43), Bitzfeld (41), Flacht (36) und Tiefenbach (33).

Quelle: (vkz)